Ein Haus im Grünen oder eine gut gelegene Eigentumswohnung zu kaufen ist eine große Sache. Der Weg führt meistens zur Bank, um einen Kredit mit mehrjähriger Laufzeit aufzunehmen. Dennoch können in einer langen Laufzeit viele unvorhergesehenen Ereignisse stattfinden wie Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit oder sogar der Tod. Sich dafür auch im Angesicht der Bank richtig zu wappnen, gibt es die Restschuldversicherung und diese gilt oft als Bedingung für den Kredit.
1. Herr Hoffmann, was versteht man darunter?
Die Restschuldversicherung wird von Banken zur Besicherung Ihrer Forderungen im Falle von Tod, Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit den Kunden oft zur Bedingung gemacht. Wer einen Kredit aufnimmt, wird vom Kreditgeber auch zu einer Versicherung des Kredits gebeten. Ursprünglich war die Restschuldversicherung eine fallende Risikolebensversicherung in Verbindung mit der Tilgung von Krediten. Unter Wettbewerbgesichtspunkten wurde Sie um andere Risiken wie z.B. Erwerbsunfähigkeit "aufgebohrt", also erweitert.
2. Versteht jede Versicherung dasselbe darunter oder gibt es Unterschiede?
Letztlich kommt es auf die konkreten Versicherungsbedingungen an. Aber im Oberbegriff sind sich die Versicherungen einig und wissen wovon sie reden.
3. Was sind die Eckpunkte, die ich als Konsumentin wissen müsste?
Am besten informiert man sich sich als Konsument vor dem Gespräch mit einem Versicherungsmakler bereits im Internet oder unter Freunden, um sich weniger im Gespräch mit Vertretern überraschen lassen. Normalerweise sollte ein guter Versicherungsverkäufer - wenn es zum Versicherungsverkauf kommt - dem Kunden echte Alternativen anbieten. Das wird auch offensichtlich passieren, nur ist dabei zu beachten, dass es meistens Varianten eines einzelnen Produktes sind nicht wirkliche, wahrhafte Alternativen. Es lohnen Vergleiche von mindestens drei bis sechs Anbietern, die man als Konsument selbst einholen kann.
4. Welche Person braucht so etwas im Besonderen?
Arbeitnehmer und Familien die sich gegen Arbeitslosigkeit, Krankheit und Tod im Zusammenhang mit grösseren Krediten gegen den Verlust beispielsweise einer Eigentumswohnung absichern wollen oder auch seitens der Kreditgeber müssen.
5. Gibt es bestimmte Seiten an dieser Versicherung, die besondere Beachtung finden sollten?
Der Versicherungsnehmenr muss unbedingt auf die schriftlich erklärten Situationen und Umstände im Versicherungsvertrag, unter denen der Kredit gefährdet ist,achten, eben unter welchen Bedingungen und wann genau ich die Versicherung nicht mehr bedienen möchte oder kann. Zudem ist aus meiner Sicht wichtig, dass diese Versicherung von einem freien Makler und nicht in der Kombination mit dem Kreditgeber, oft einer Bank, an einem Tisch stattfindet. Beide sollten besser weniger als mehr miteinander zu tun haben.
6. Kann ich als Konsument irgendwo etwas sparen?
Es handelt sich um die Versicherung biometrischer Risiken. Nichtraucher werden von einigen Gesellschaften besonders günstigt eingepreist. Außerdem kann man im Preisvergleich beträchtliche Unterschiede zwischen Banken und Maklern feststellen - das bewegt sich zwischen rund 300 und 1200 € pro Jahr.
7. Wenn ich jetzt Versicherungsangebote vergleiche, auf welche Gemeinsamkeiten oder Unterschiede sollte ich Rücksicht nehmen?
Die Kosten bei einer feststehenden Kreditsumme, beispielsweise bei Eigentumswohnungen der Betrag von 100.000 €, sollten im Fokus stehen. Gerade der Umstand "Arbeitslosigkeit" ist ein besonderer Fall und in Versicherungsverträgen oft an langjährige Erwerbstätigkeit gebunden. Außerdem sind die Leistungszeiten bei Arbeitslosigkeit unter Umständen kürzer, als die Kreditverbindlichkeit.
8. Gibt es so eine Versicherung auch in Österreich für deutsche Bürger?
Die Restschuldversicherung ist letztlich ein Finanzprodukt. Für Finanzprodukte wurde im Rahmen der EU ein freier Wettbewerb vereinbart. Die Besonderheit in Östereich wird sein, wie mit den landesspezifischen Regelungen zum Sozialrecht bei EU/BU für EU-Ausländer verfahren wird. Eine "normale" Restschuldversicherung ohne diese Besonderheit gehört zum klassischen Bankgeschäft, auch in Östereich.
Herr Hoffmann ist Versicherungsfachwirt und arbeitet als freier Versicherungsmakler in Ostbrandenburg. Er ist spezialiert auf die Versicherung von Leistungen rund um die Immobilie. Neben den dazugehörigen Versicherungen bietet er auch Finanzierungen an, die mitunter auch über Restkreditversicherungen besichert sind.
Das Interview führte Mag. Lydia Schalm,
Mediazen Online Media Services